25Apr

Dreht die Telekom den Hahn zu?

Fällt die Internet-Flat bei der Telekom bald flach?

In den letzten Tagen wächst die Befürchtung bei den Kunden, dass die Deutsche Telekom ihren Kunden die Internetleitung kappt, wenn ein gewisses Datenvolumen erreicht wird.

Für unsere Kunden wollen wir hier ein paar Informationen zusammenfassen, um sie über den derzeitigen Sachverhalt zu informieren.

Zunächst können alle Bestandskunden beruhigt sein – an ihren Verträgen und der damit vorhandenen Internetflat in den Tarifen „Call & Surf comfort“, „Call & Surf comfort plus“, „Entertain comfort“ und „Entertain premium“ ändert sich nichts.

Vielmehr will die Telekom die AGB´s für Verträge ab dem 02. Mai 2013 anpassen. Hier soll die rechtliche Möglichkeit geschaffen werden, dass ab einem bestimmten genutzten Datenvolumen im Monat die Bandbreite reduziert werden kann.

Grund hierfür ist, dass die Datenmenge, die in den nächsten Jahren über das Internet verbreitet wird, rapide ansteigt. Damit alle Kunden in den Genuß des Highspeed-Internets kommen können, sollen dann Kunden, die exzessiv Datenvolumen verbrauchen, in der Bandbreite reduziert werden. D. h. sie können weiterhin ihr Internet ohne Mehrkosten nutzen, nur langsamer.

Welche Datenmenge steht denn bis zur Begrenzung zur Verfügung?

Dafür ein Beispiel: In der neuen Regelung steht einem Kunden mit einem Tarif, der bis zu 16.000 DSL vorsieht, ein Datenvolumen von 75 GB zur Verfügung. Würde man sich jetzt eine Musikdatei mit 3 MB herunterladen, würde dies bedeuten, dass man 25.600 Songs herunterladen müsste, um die Volumengrenze zu erreichen. Legt man nun eine Spielzeit des Songs von 3:30 min zugrunde wären dies 89.600 Minuten. Dies entspricht einer Spielzeit von ca. 62 Tagen durchgehend gespielter Musik – und das pro Monat!!!

Bei e-Mail wäre das sogar mehr. Bei einer e-Mail mit Anhang, die ungefähr 500 KB umfasst, wären dass dann 157.286 e-Mails im Monat. Wer bekommt die schon?

Welche Änderungen sind denn jetzt vorgesehen?

Laut Pressemitteilung vom 22.04.2013 teilt die Telekom folgendes mit:

„Ab dem 2. Mai 2013 sind folgende Volumina in den Festnetztarifen integriert:
Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 Mbit/s: 75 GB
Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s: 200 GB
Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s: 300 GB
Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Mbit/s: 400 GB“

Kunden der Entertain-Tarife und mit einem IP-Anschluß können aber aufatmen. IPTV und IP-Telefonie werden nicht in das Datenvolumen eingerechnet. Die o.g. Grenze gilt nur für Datenmengen, die über den PC, Laptop oder Tablet-PC erzeugt werden.

Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland, erklärt: . „Mit Entertain buchen die Kunden Fernsehen, deshalb werden wir sicherstellen, dass sie nicht plötzlich vor einem schwarzen Bildschirm sitzen“ Auch Sprachtelefonie über den Telekom-Anschluss wird nicht angerechnet. Beide Dienste sind im Gegensatz zu Internetdiensten Managed Services, die in einer höheren und gesicherten Qualität produziert und vom Kunden gesondert bezahlt werden.

Ist diese Begrenzung wirklich so etwas neues?

Nein. Andere Anbieter haben schon länger eine solche Grenze in ihren Leistungs-beschreibungen. Aber auch sie wenden diese Regel nur in außerordentlichen Fällen an.

Die Telekom will nach der Änderung der Leistungsbeschreibung erst einmal abwarten und die Entwicklung im Internetverkehr beobachten . „Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Limitierung technisch nicht vor 2016 umsetzen“, so Hagspihl.

Wer sich die Pressemitteilung der Telekom mal genau durchlesen möchte, findet sie hier!

Quelle der Zitate: www.telekom.de